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    <title>ALLGÄU INFO - Allgäuer News (Rubrik:Allgaeuer Fastenkur)</title>
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    <description>Die Übersicht im Allgäu und Schwaben   </description>
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    <dc:date>2005-05-17T12:19:56Z</dc:date>
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    <title>ALLGÄU INFO - Allgäuer News</title>
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  <item rdf:about="http://allgaeu.twoday.net/stories/283600/">
    <title>Hungrig ins Ferienbett - Fastenkur in Altusried</title> 
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    <description>Wandern, Tee, Leberwickel und Schwimmen sollen beim Heilfasten im Allg&amp;auml;u zu neuem Wohlbefinden verhelfen. Auch ein t&amp;auml;glicher Darmeinlauf geh&amp;ouml;rt zum Wellnessprogramm&lt;br /&gt;
VON JOSEPH WEISBROD&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
And&amp;auml;chtig starren wir auf unsere Teller. Auf jedem ein Apfel. Sonst nichts. Pausb&amp;auml;ckig lacht er uns an. Fast eine halbe Stunde brauchen wir, um das dralle Prachtst&amp;uuml;ck in seine Elementarteilchen zu zerlegen und sorgf&amp;auml;ltig zu zerkauen. Ein wahrer Festschmaus! Nach fast einer Woche ohne ein Gramm feste Nahrung. Ohne Kaffee, Salz, ohne den Vitamin-B-Killer Zucker, ohne Alkohol und Zigaretten sowieso. Stattdessen Tee bis zum Abwinken: Kr&amp;auml;uter, Raibush-Vanille, Gr&amp;uuml;ner Hafer, Apfel-Zimt, Preiselbeer, Fenchel, Verbene, Zitronen. Mittags Obsts&amp;auml;fte. Abends eine aus frischem Gem&amp;uuml;se destillierte klare Br&amp;uuml;he.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sechs Tage und sechs Kilo fr&amp;uuml;her. An einem sonnigen Sonntagnachmittag erreiche ich das an den Illerstausee angrenzende, von einem Freund empfohlene &quot;Haus am See&quot;. Einsam liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet der umgebaute ehemalige Bauernhof. Sp&amp;auml;ter sitzen wir am gro&amp;szlig;en Holztisch im hellen, gem&amp;uuml;tlichen Gemeinschaftsraum: Christiane und Dorothee, Mutter und Tochter aus M&amp;uuml;nchen, Gisela aus K&amp;ouml;ln, Pia aus W&amp;uuml;rzburg, Brigitte Gerlinde aus dem Hessischen und ich als einziger Vertreter des fastenm&amp;auml;&amp;szlig;ig eher schwachen Geschlechts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christine, die einf&amp;uuml;hlsame Seminarleiterin und f&amp;uuml;rsorgliche Hausherrin, erl&amp;auml;utert uns nach der obligatorischen Vorstellungs- und Mit-welchen-Erwartungen-bist-du-hergekommen-Runde das Programm f&amp;uuml;r die n&amp;auml;chsten Fastentage. Sie warnt, dass wir uns am Anfang schwer tun und unsere Krise durchmachen werden. Und dass es darauf ankomme, Ballast abzuwerfen und den Darm zu entleeren. So endet der erste Tag auch mit der widerwilligen, aber entschlossenen Einnahme eines halben Liters mit Glaubersalz versetzten Quellwassers. Der bittere Cocktail verfehlt seine schleusen&amp;ouml;ffnende Wirkung nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Montag morgen, neun Uhr. Im vom Sonnenlicht durchfluteten Hallenbad treffen wir uns zur Fr&amp;uuml;hgymnastik im Wasser. Eine halbe Stunde &amp;Uuml;bungen, die den K&amp;ouml;rper langsam, aber stetig auf Betriebstemperatur bringen. Um zehn Uhr &quot;Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck&quot;: Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ckskr&amp;auml;uter- und andere Tees, das herrliche, energetisch aufbereitete Quellwasser, das es aus jedem Hahn gibt, ein L&amp;ouml;ffel Honig, Zitronenschnitze, Apfelessig und - bei Bedarf bzw. Unwohlsein - ein Glas in Wasser aufgel&amp;ouml;ster Heilerde. Der eine oder andere Magen knurrt un&amp;uuml;berh&amp;ouml;rbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pl&amp;ouml;tzlich kommt Inge hereingeschneit. Ihre Fr&amp;ouml;hlichkeit steckt sofort an. Sie ist f&amp;uuml;r die Wandertouren und die Abendgestaltung verantwortlich. Nun beginnt das t&amp;auml;gliche Herzst&amp;uuml;ck unserer Fastenwoche. Eine zweieinhalbst&amp;uuml;ndige Wanderung durch das h&amp;uuml;gelige voralpenl&amp;auml;ndische Oberallg&amp;auml;u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Oberallg&amp;auml;uer Rundwanderweg f&amp;uuml;hrt direkt an der Haust&amp;uuml;r vorbei. Wir durchwandern, vorbei an vereinzelten Geh&amp;ouml;ften, riesige Weiden, dichte Mischw&amp;auml;lder und bergige Anh&amp;ouml;hen, genie&amp;szlig;en die Voralpenlandschaft, den Fernblick auf die Zugspitze und die sonnigen Vorz&amp;uuml;ge eines Hochs mit weiblichem Namen, das uns die ganze Woche &amp;uuml;ber verw&amp;ouml;hnen soll. Zwischendurch g&amp;ouml;nnen wir uns kurze Rastpausen mit Tee, Saft und Zitronenschnitzen. Das h&amp;auml;lt uns fit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 14 Uhr das frugale Mittagsmahl: frische Obsts&amp;auml;fte, die - weil in ihrer nat&amp;uuml;rlichen Konzentration zu stark - mit Quellwasser verd&amp;uuml;nnt werden. Dann ein Hausmittel, das wir von unseren Gro&amp;szlig;eltern her kennen. So genannte Leberwickel. Ein zu einem Drittel mit warmem Wasser angefeuchtetes Leinhandtuch wird um eine hei&amp;szlig;e W&amp;auml;rmflasche gewickelt und auf die Leber gelegt. Die Leberwickel f&amp;ouml;rdern die Entgiftung des Zentralorgans und tun himmlisch gut. In den folgenden Tagen kombinieren wir diese w&amp;auml;rmende Wohltat mit einem ausgiebigen Sonnenbad auf dem Liegestuhl im Garten vor dem Seminarhaus. Die Sonne hat, rund 700 Meter &amp;uuml;ber dem Meer, eine solche Kraft, dass man sich sogar im Winter in Badehose und Bikini r&amp;auml;keln k&amp;ouml;nnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberstes Gebot: Stets mehr trinken, als der Durst verlangt. Den ganzen Tag &amp;uuml;ber stehen m&amp;auml;chtige Thermosflaschen mit den verschiedensten Teesorten bereit. Zum Abendessen ein Teller Gem&amp;uuml;sebr&amp;uuml;he, die mal nach Broccoli, mal nach Blumenkohl, mal nach Tomate schmeckt. Danach Abendprogramm im studioartigen Seminarraum unter dem Dach. Inge kl&amp;auml;rt &amp;uuml;ber den Sinn des Fastens auf. Und &amp;uuml;ber die praktischen Notwendigkeiten. Mir wird klar, was ich unter den zum Fastenseminar mitzubringenden Gegenst&amp;auml;nden nicht verstanden und daher &quot;vergessen&quot; hatte. Ein Instrument mit dem besch&amp;ouml;nigenden lateinischen Namen Irrigator, besser als Einlaufger&amp;auml;t bekannt. Ein Plastikbeh&amp;auml;lter mit einem langen d&amp;uuml;nnen Schlauch und einem separaten Rohrst&amp;uuml;ck. Sp&amp;auml;ter die Probe aufs Exempel. Ungef&amp;auml;hr ein Liter lauwarmes Wasser findet seinen Weg durch den Schlauch in den unendlichen Darm. Der Erfolg kommt prompt. Dieses Ritual, so sch&amp;auml;rft uns Inge mit all ihrem dem pikanten Thema abzuringenden Charme ein, sollten wir am besten t&amp;auml;glich wiederholen, um den Reinigungsprozess wirkungsvoll anzukurbeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fastenprogramm hat seine Konstanten. Dienstag und Donnerstag nach dem &quot;Abendessen&quot; Sauna, Mittwoch und Freitag Abendprogramm im weitl&amp;auml;ufigen Seminarraum des &amp;uuml;beraus gastlichen Hauses, wo uns Inge bei Laune und &quot;vollem&quot; Bewusstsein h&amp;auml;lt. Mit Atem-, Entspannungs- und Meditations&amp;uuml;bungen, begleitet von indianischen bis kosmischen Sph&amp;auml;renkl&amp;auml;ngen. An jedem Inge-Abend schreiben wir unser pers&amp;ouml;nliches Wellness-Profil fort. Es ist gegliedert in &quot;K&amp;ouml;rperliche Fitness und Gesundheit&quot;, &quot;Emotionale Gesundheit&quot;, &quot;Beziehungen zu Mensch und Natur&quot;, &quot;Mentale Fitness&quot;, &quot;Lebensphilosophie&quot; und &quot;Wohlbefinden im Beruf&quot;. Ein Punktesystem m&amp;uuml;ndet in ein Kurvendiagramm, dessen Verlauf man bei aufrichtiger Selbstbewertung seine aktuelle k&amp;ouml;rperliche, geistige und seelische Verfassung entnehmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausfl&amp;uuml;ge in die Umgebung sind neben den t&amp;auml;glichen Wanderungen eine willkommene Abwechslung. So gelangen wir unter anderem ins nahe gelegene Kempten, eine der &amp;auml;ltesten St&amp;auml;dte Deutschlands mit r&amp;ouml;mischer Vergangenheit. Die von w&amp;uuml;rdevollen Patrizier- und Fachwerkh&amp;auml;usern ges&amp;auml;umten Altstadtstra&amp;szlig;en machen den Bummel durch die Fu&amp;szlig;g&amp;auml;ngerzone zu einem h&amp;ouml;chst erbaulichen Erlebnis. Verf&amp;uuml;hrerische Auslagen in B&amp;auml;ckereien, Konditoreien, Metzgereien und die &amp;uuml;ppigen Speisekarten einladender Gasth&amp;auml;user lassen uns das Wasser im Munde zusammenlaufen. Wir witzeln in masochistischer Herzenslust &amp;uuml;ber die sirenenhaften Verlockungen und sind stolz auf unsere ungebrochene Widerstandsf&amp;auml;higkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das unweit des Hauses am See gelegene Altusried steht irgendwann auch auf unserer Wanderroute. Im Sommer gehen hier seit fast hundert Jahren in einer 2.500 Zuschauer fassenden Arena die Altusrieder Freilichtspiele &amp;uuml;ber die gewaltige Naturb&amp;uuml;hne. Die halbe Einwohnerschaft ist stets im Komparsenheer dabei. Und so manche Ehe soll bei der Ein&amp;uuml;bung von Freiheitsdramen wie &quot;Wilhelm Tell&quot;, &quot;Andreas Hofer&quot;, &quot;G&amp;ouml;tz von Berlichingen&quot; oder &quot;Anno 1525 - Bauernkrieg im Allg&amp;auml;u&quot; durch libidin&amp;ouml;se Beziehungen zwischen den Laiendarstellern auf eine harte Probe gestellt worden sein, wie uns Inge zu berichten wei&amp;szlig;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den ersten beiden Tagen werden vor allem unsere Erstfaster immer wieder von Hungergef&amp;uuml;hlen, Unwohlsein und einer Art seelischem Kater heimgesucht. F&amp;uuml;r die ist es auch nur ein kleiner Trost, zu h&amp;ouml;ren, dass Fasten das Nat&amp;uuml;rlichste von der Welt sei. Dass es Naturv&amp;ouml;lker gibt, die monatelang keine feste Nahrung zu sich nehmen und sich bester Gesundheit erfreuen. Dass das Fasten in der Tierwelt selbstverst&amp;auml;ndlich ist. Man wei&amp;szlig; von chronisch oder gar todkranken, von den &amp;Auml;rzten l&amp;auml;ngst aufgegebenen Menschen, die durch langes Fasten wieder v&amp;ouml;llig gesund und leistungsf&amp;auml;hig geworden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist wie ein Wunder: Am dritten Fastentag sind jegliche Hungerattacken wie weggeblasen. Kopf-, Bauch- und Gliederschmerzen, die so mancher Teilnehmerin arg zugesetzt haben, sind einem ruhigen Wohlbefinden, einer tiefen Gelassenheit gewichen. Das Durchschnittstempo bei den bis zu zw&amp;ouml;lf Kilometer langen Wanderungen steigt merklich. Da mal ein kleines Tischtennisturnier. Dort ein paar Bahnen im Schwimmbad. Keine Reiz&amp;uuml;berflutungen. Kein Fernseher. Endlich die B&amp;uuml;cher lesen, die man schon lange lesen wollte. In sich hineinhorchen. Faulenzen und d&amp;ouml;sen. Sich besinnen und sein inneres Gleichgewicht finden. Und vor dem Schlafengehen ein Spaziergang unter dem klaren Oberallg&amp;auml;uer Sternenhimmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kopf ist klar wie die t&amp;auml;gliche Gem&amp;uuml;sebr&amp;uuml;he, die Alltagsprobleme sind jenseits des Horizontes. Und die Hose beginnt zu schlackern, dass es eine wahre Pracht ist. F&amp;uuml;nf Kilo weniger Lebendgewicht haben nach einer Woche den Umfang der Knautschzone merklich reduziert. Die Haut ist hell, weich und glatt wie ein Kinderpopo. Das Gesicht hat wieder sch&amp;auml;rfere Konturen. Die Energiespeicher sind frisch gef&amp;uuml;llt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende geben uns Christine und Inge ausf&amp;uuml;hrliche Tipps f&amp;uuml;r das Fastenbrechen (daher auch das englische Wort &quot;Breakfast&quot;) und die kommenden Aufbautage mit auf den Heimweg. Denn das Zur&amp;uuml;ckschalten von der inneren auf die &amp;auml;u&amp;szlig;ere Ern&amp;auml;hrung ist schwieriger und erfordert mehr Disziplin als der Einstieg ins Fasten. Wir beginnen mit einem Apfel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferien- und Seminarhaus am See, Wurms 2, 87452 Altusried, Tel. (0 83 73) 14 28, www.seminarhaus-merz.de. Fastenseminare werden mehrmals pro Jahr angeboten und kosten inkl. DZ mit DU/WC ab 299 &amp;#8364; p. P.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.taz.de&quot;&gt;http://www.taz.de&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
taz Nr. 7417 vom 24.7.2004, Seite 14, 316 Zeilen (TAZ-Bericht), JOSEPH WEISBROD</description>
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    <dc:subject>Allgaeuer Fastenkur</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 jagger</dc:rights>
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