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    <title>ALLGÄU INFO - Allgäuer News (Rubrik:Allgaeuer Brauchtum)</title>
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    <description>Die Übersicht im Allgäu und Schwaben   </description>
    <dc:publisher>jagger</dc:publisher>
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    <dc:date>2005-05-17T12:19:56Z</dc:date>
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    <title>ALLGÄU INFO - Allgäuer News</title>
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    <title>Galeeren Arbeit im Allg&amp;auml;u</title> 
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    <description>In Illerbeuren bringt der &quot;Fischer-Sepp&quot; Besucher mit einer F&amp;auml;hre &amp;uuml;ber die Iller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon seit Napoleons Zeiten ist die Iller Grenzfluss zwischen W&amp;uuml;rttemberg und Bayern. Der heute recht zahme Wasserlauf war einst ein rei&amp;szlig;ender Gebirgsfluss. Wilde Geschichten von kr&amp;auml;ftigen F&amp;auml;hrleuten und Fl&amp;ouml;&amp;szlig;ern, von &amp;Uuml;berf&amp;auml;llen und gef&amp;auml;hrlichen Fahrten geistern heute noch durch die D&amp;ouml;rfer und werden gerne am Biertisch erz&amp;auml;hlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tats&amp;auml;chlich wurde fr&amp;uuml;her die Iller als Wasserstra&amp;szlig;e genutzt. Und es gab an vielen Stellen F&amp;auml;hren, die Mensch und Tier ans andere Ufer brachten. Doch die Illerfl&amp;ouml;&amp;szlig;er geh&amp;ouml;ren ebenso der Vergangenheit an wie die F&amp;auml;hrleute. Bis auf einen einzigen! In der kleinen Gemeinde Wagsberg bei Kronburg im so genannten Illerwinkel gibt es noch einen richtigen F&amp;auml;hrmann und die wohl letzte Illerf&amp;auml;hre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;F&amp;auml;hrmann, setz &amp;uuml;ber!&quot;, t&amp;ouml;nt seit Ostern immer wieder mal der Ruf &amp;uuml;ber den meist ruhigen Grenzfluss. Dann steigt der Fischer-Sepp mit seinem blauen Overall und seinem Strohhut in seine &quot;Forelle&quot; und rudert los. Bei der &amp;Uuml;berfahrt ans knapp hundert Meter entfernte Ufer erz&amp;auml;hlt er von seiner Arbeit, die mehr Freizeitbesch&amp;auml;ftigung ist. Sein Vater sei bis ins hohe Alter gefahren, von ihm habe er den F&amp;auml;hrbetrieb &amp;uuml;bernommen. Seit dem achten Lebensjahr ist der Fischer-Sepp, wie ihn jeder hier an der Iller nennt, mit der F&amp;auml;hre unterwegs, f&amp;uuml;nfzig Jahre schon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferieng&amp;auml;ste, Pilger, Besucher des nahen Bauernhofmuseums Illerbeuren oder des Schlosses Kronburg sind seine Passagiere. Hin und wieder verschl&amp;auml;gt es eine Gruppe von Touristen auf die acht Meter lange Aluminium-&quot;Forelle&quot;. &quot;Einmal hatte ich bei einer Fahrt neun verschiedene Nationen an Bord&quot;, erz&amp;auml;hlt der Fischer-Sepp. Die Iller sei eben ein internationaler Fluss. Der F&amp;auml;hrmann hat sich kr&amp;auml;ftig ins Zeug gelegt und legt auf der anderen Illerseite an. Gekonnt schlingt er die Seile um die Eisenpfosten. Dann steigt er aus, zeigt hoch zum Waldrand und berichtet davon, dass die meisten Besucher im Illerwinkel einen knappen Fu&amp;szlig;marsch zur nahen Wallfahrtskapelle Maria Steinbach unternehmen. Fr&amp;uuml;her h&amp;auml;tten sich auch viele Wallfahrer zum Beichten &amp;uuml;bersetzen lassen; das kommt heute nur noch selten vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;An einen Pater vom Kloster Ottobeuren erinnere ich mich noch&quot;, berichtet der b&amp;auml;rtige F&amp;auml;hrmann. &quot;Der war nach dem Beichten nicht leichter, wie man glauben m&amp;ouml;chte, sondern erkennbar schwerer. Das lag wohl daran, dass der danach immer noch kr&amp;auml;ftig eingekehrt ist in der Wirtschaft dr&amp;uuml;ben.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Geschichte, die der Fischer-Sepp gerne erz&amp;auml;hlt, ist die von den Donauschwimmerinnen aus der N&amp;auml;he von Neuburg. Die Damen - die &amp;auml;lteste war schon 70 - m&amp;uuml;ssen bei ihm einen geh&amp;ouml;rigen Eindruck hinterlassen haben. &quot;Die sind in die zehn Grad kalte Iller gesprungen und einfach hin&amp;uuml;bergeschwommen.&quot; Er brachte, als wahrer Gentleman des Illertals, den eisernen Ladys mit seiner F&amp;auml;hre trockene Klamotten ans andere Ufer. Er sei dabei freilich nicht so schnell gerudert wie als junger Bursche. &quot;Damals haben wir immer wieder mal mit mehreren Booten wilde Wettfahrten auf der Iller veranstaltet.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn gelegentlich an einem sch&amp;ouml;nen Fr&amp;uuml;hlings- oder Sommertag unter der Woche unerwartet Fahrg&amp;auml;ste kommen, muss seine Frau Gisela ran. &quot;Dann bin ich die F&amp;auml;hrfrau&quot;, sagt sie, zeigt l&amp;auml;chelnd ihre Muskeln. Nicht selten werden jedoch auch kurzerhand die Fahrg&amp;auml;ste eingespannt - Galeerenarbeit auf der Iller!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudern und Wandern macht durstig und es gibt eine eiserne Pflicht bei den fast ausgestorbenen F&amp;auml;hrleuten an der Iller: Entweder man bringt den durstigen G&amp;auml;sten was zu trinken oder man schmei&amp;szlig;t sie ins Wasser! Vorsicht ist also geboten, denn f&amp;uuml;r welche Variante sich der Fischer-Sepp jeweils entscheidet, l&amp;auml;sst sich vor dem &amp;Uuml;bersetzen nur schwer einsch&amp;auml;tzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wagsberger Illerf&amp;auml;hre kann auf eine lange Geschichte zur&amp;uuml;ck blicken. Bereits 1795 wurde sie im Auftrag des Barons von Kronburg gebaut. Damals war es eine Seilf&amp;auml;hre, das Halteseil eine wichtige Sicherung. Heute ist das nicht mehr n&amp;ouml;tig, nur bei Hochwasser, etwa in der Zeit der Schneeschmelze, ist h&amp;ouml;chste Vorsicht angesagt. F&amp;uuml;r einige Jahre war ab Ende der 60er-Jahre der F&amp;auml;hrbetrieb unterbrochen. &quot;1968 hat ein Bergrutsch unsere Bootsh&amp;uuml;tte, den Anlegeplatz und die F&amp;auml;hre mitgerissen.&quot; In m&amp;uuml;hevoller Kleinarbeit musste alles wieder aufgebaut werden. 1993 dann wurde eine neue, moderne F&amp;auml;hre, die &quot;Forelle&quot;, in Betrieb genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Acht Fahrr&amp;auml;der und acht Fahrg&amp;auml;ste oder eben Gruppen bis zu f&amp;uuml;nfzehn Fahrg&amp;auml;sten k&amp;ouml;nnen auf einmal &amp;uuml;bergesetzt werden und das zu Fahrpreisen von f&amp;uuml;nfzig Cent in der gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren Gruppe und zwei Euro bei Einzelpersonen.&quot; KLAUS WITTMANN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
taz Nr. 7388 vom 21.6.2004, Seite 20, 159 Zeilen (Kommentar), KLAUS WITTMANN,  Glosse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.taz.de&quot;&gt;http://www.taz.de&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>jagger</dc:creator>
    <dc:subject>Allgaeuer Brauchtum</dc:subject>
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    <dc:date>2004-07-17T18:14:34Z</dc:date>
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